Föderalismuspreis 2026 geht an das Projekt CinéCivic

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Der diesjährige Föderalismuspreis geht an den von fünf Kantonen getragenen Wettbewerb CinéCivic. Der Jury gefiel besonders der partizipative und kreative Ansatz des Projekts. Wie alle fünf Finalisten stellt CinéCivic die Jugend in den Mittelpunkt und weist ein hohes Potenzial für eine Erweiterung auf die ganze Schweiz auf.

«POV: Du hast 3 Stunden auf deinem Handy rumgescrollt, aber nicht 10 Minuten Zeit investiert, um abzustimmen…», «Bro, wenn du nicht abstimmst, entscheiden andere an deiner Stelle. Los, check’ die Kandidaten!» Falls Sie sich von diesen Sätzen nicht angesprochen fühlen, gehören Sie wahrscheinlich nicht zu der von CinéCivic anvisierten Zielgruppe der 15- bis 25-Jährigen.

Das 2013 ins Leben gerufene Projekt ist das Ergebnis einer originellen Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Genf, Waadt, Wallis, Bern und Zürich rund um dieselbe demokratische Herausforderung: die politische Beteiligung der Jugend. Das Prinzip ist einfach: Junge Menschen erstellen selber Inhalte (Filme, Plakate, Podcasts etc.), um Gleichaltrige zu ermutigen, sich für die Politik zu interessieren sowie ihre staatsbürgerlichen Rechte vor allem über die Teilnahme an Abstimmungen wahrzunehmen. Im Rahmen von CinéCivic wurden bisher 1115 Beiträge auf Französisch und Deutsch produziert, mehr als ein Drittel davon in Form von Filmen. Die von mehr als 2300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stammenden Produktionen wurden auf verschiedenen Plattformen mehr als 1,5 Millionen mal angesehen.

Die Ausgabe 2025-26 des Projekts zur Sensibilisierung für das staatsbürgerliche Engagement findet in den sozialen Medien und somit dort statt, wo junge Menschen viel Zeit verbringen. Dank eines entsprechenden Hashtags erhält es auch eine gewisse Sichtbarkeit. Ergänzt wird es durch ein Kit mit pädagogischen Hilfsmitteln für die Schulen. 

Bei der Abstimmung vom 8. März, an der es insbesondere um die Individualbesteuerung und die Bargeldinitiative ging, betrug die Stimmbeteiligung 55 %. Bei den 18- bis 29-Jährigen erreichte sie 47 % und bei den über 70-Jährigen 68 %. Die Beteiligung der jungen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nimmt zwar seit rund 20 Jahren stetig zu, ist aber weiterhin deutlich geringer als bei den älteren Semestern. Dieser Unterschied zeigt, wie wichtig die anhaltenden Bemühungen im Bereich der politischen Bildung sind, um das politische Engagement der kommenden Generationen zu fördern. Die Stiftung führt mehrere Projekte durch, die zu diesem Ziel beitragen. 

«Die Produktionen zeichnen sich durch ihre Innovationskraft, ihre Kreativität und ihren selbstironischen Humor aus und verbreiten sich so besonders gut über die sozialen Medien. Das Projekt CinéCivic weist ein bemerkenswertes Potenzial auf, um das Interesse junger Menschen an der Politik zu wecken und ihre Beteiligung an der Demokratie zu erhöhen», erklärt Staatsrätin Florence Nater, Jurypräsidentin und Präsidentin der ch Stiftung. «Mit der Verleihung dieses Preises möchten wir das Engagement der Kantone bei der Suche nach originellen Lösungen ehren, mit denen die Demokratie im Alltag mit Leben erfüllt wird und ihren Wirkungskreis erweitern kann.»

Besondere Würdigung für Linguissimo

Eine besondere Würdigung der Jury erhielt der vom Forum Helveticum organisierte Schweizer Schreibwettbewerb Linguissimo, an dem 2025 313 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II aus 18 Kantonen teilnahmen. An dem jedes Jahr in einer anderen Sprachregion stattfindenden Final arbeiten die Jugendlichen in zweisprachigen Schreibtandems zusammen.

Die Jurymitglieder gratulieren auch den übrigen Finalisten Blabla Vote, Ideenbüro Schweiz und Conférence romande des enfants. Sie ermutigen die fünf ausgewählten Projekte, ihrer lokalen oder regionalen Arbeit die landesweite Bedeutung zu geben, die sie verdient haben.

Die Trophäe wird zu einem späteren Zeitpunkt überreicht. 

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