
Föderalismus und Mehrsprachigkeit: Schweizer Kantone und Ostbelgien vertiefen ihren Austausch
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Das Festival für Übersetzung und Literatur aller↔retour ist die einzige öffentliche Literaturveranstaltung in der Schweiz, die sich ausschliesslich dem Übersetzen widmet, indem es Vermittlungsarbeit leistet für die literarische Übersetzung und das literarische Schaffen über regionale und sprachliche Grenzen hinweg. Die nächste Ausgabe lädt am 7. März ab 10.00 Uhr ins Nouveau Monde nach Freiburg ein und macht das Miteinander an der Sprachgrenze unmittelbar erlebbar. Es steht unter dem Motto «faire corps – verkörpern – corpo a corpo». Drei Begriffe, in drei Sprachen, mit drei unterschiedlichen Bedeutungen, denen die Idee der Einheit gemeinsam ist. Das Festival 2026 vereint die drei Konzepte zu einem grossen Ganzen.
Der Tag beginnt mit einer Podiumsdiskussion zum Thema: «Verkörpert die Mehrsprachigkeit (noch) die Identität der Schweiz». Es debattieren der Politologe Michael Hermann, die künstlerische Leiterin des Casa della Letteratura per la Svizzera italiana, Mara Travella, Shqipe Sylejmani, Journalistin und Autorin kosovo-albanischer Herkunft sowie Thierry Steiert, Stadtpräsident von Freiburg.
«Femmage» an Adelheid Duvanel
In einer fulminanten Spoken Word Veranstaltung am Abend zollen die Autorinnen Carla Demierre, Judith Keller und Sarah Elena Müller, gemeinsam mit der Übersetzerin Alessia Ballinari, der vor dreissig Jahren verstorbenen Künstlerin Adelheid Duvanel Tribut. Sie tragen ihre Lieblingstexte der Basler Autorin vor und spiegeln sie mit ihren eigenen.
In einer fröhlichen Mischung der Sprachen finden tagsüber weitere szenische Lesungen statt, beispielsweise mit Thierry Raboud und seinem Übersetzer Yves Raeber oder mit Rolf Hermann und seiner Übersetzerin Deborah Confortini. Das Publikum ist ausserdem eingeladen, sich in einem Workshop unter der Leitung von Camille Logoz in der Übersetzung eines Theatertexts zu versuchen.
Fabio Andina führt uns auf eine Reise in die Vergangenheit mit seinem neusten Roman «Sedici mesi». Darin erzählt er die Liebesgeschichte seiner Grosseltern und beschreibt den langen Heimweg seines Grossvaters aus dem Konzentrationslager Mauthausen.
Das emotionale Spektrum ist breit. Für humorvolle Momente sorgt Noemi Somalvicos tragisch-komischer Roman «Ist hier das Jenseits, fragt Schwein», in dem Tiere die Hauptrolle spielen. Er wird von Schülerinnen und Schülern des Kollegium Heilig Kreuz in Freiburg in einer Diskussionsrunde mit der Autorin und ihrem Übersetzer, Valentin Decoppet, beleuchtet. Flurina Badels erster Roman «Tschiera» ist eine aufwühlende Geschichte über die Gentrifizierung eines Bergdorfs, von Ruth Gantert meisterhaft vom Rätoromanischen ins Deutsche übertragen.
Das Freiburger Nouveau Monde empfängt die Veranstaltung zum dritten Mal an der Esplanade de
l’Ancienne-Gare. Während der Salle de spectacle und der Ostflügel Raum für vertiefte Diskussionen bieten, lädt das Café zu ungezwungenen Begegnungen ein.
Das vollständige Programm, Informationen zu den Mitwirkenden und die praktischen Angaben sind auf der Website www.aller-retour.ch zu finden.
Das Festival wird in Zusammenarbeit mit dem Centre de traduction littéraire de Lausanne und dem Übersetzerhaus Looren organisiert.