
Bühne frei für das Festival aller↔retour am 7. März
- Verständigung und innerer Zusammenhalt
- aller-retour
- ch Reihe

07.03.2026
Freiburg
Das Festival aller↔retour 2026 steht unter dem Motto:
« faire corps – verkörpern – corpo a corpo »
Diese Begriffe, in ihren jeweiligen Sprachen, tragen unterschiedliche Bedeutungen in sich. Das Französische «faire corps» beschreibt den Akt der Solidarität, des Einswerdens mit einer Gruppe oder einer Idee. Es ist die Überwindung des blossen Nebeneinanders zugunsten einer gemeinsamen Präsenz. «Verkörpern», im Deutschen, hebt den Prozess hervor, etwas Abstraktes in die materielle Realität zu übersetzen, es durch Gesten, Haltung und Ausdruck lebendig zu machen.
Im italienischen «corpo a corpo» geht es um physische Nähe, um die direkte, unvermittelte Begegnung und Auseinandersetzung – oder einfach um die intensive, ungeteilte Aufmerksamkeit im zwischenmenschlichen Kontakt.
Gemeinsam ist den Begriffen das Bild der Einheit. Unter diesem Blickwinkel verbindet das diesjährige Festival aller↔retour die drei kraftvollen Konzepte zu einem grossen Ganzen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken des Programms.
Mit Michael Hermann, Thierry Steiert, Shqipe Sylejmani und Mara Travella
Podiumsdiskussion auf Deutsch und Französisch
Moderation: Claudio Spescha
Salle de spectacle
Einheit in der Vielfalt
Das Neben- und Miteinander der Kulturen und der vier Landessprachen werden als tragende Elemente der Schweizer Identität angesehen. Doch hat dieser verbindende Aspekt noch Bestand? Durch die immer stärkere Präsenz des Englischen wird bei der jungen Generation das Erlernen einer anderen Landessprache vermehrt als unzeitgemäss angesehen. Rund vierzig Prozent der Bevölkerung hat zudem einen Migrationshintergrund und fast ein Viertel der in der Schweiz wohnhaften Menschen spricht als Hauptsprache eine andere als die Landessprachen. Welche Auswirkungen hat dies auf das Selbstverständnis der Schweiz? Gelingt es uns, diese neuen Realitäten einer vielfältigen Schweiz anzuerkennen? Diesen Fragen wird aus Sicht der Politik, der Wissenschaft und der Literatur nachgegangen. Es diskutieren: Mara Travella, künstlerische Leiterin des Casa della Letteratura per la Svizzera italiana, Shqipe Sylejmani, Journalistin und Autorin kosovo-albanischer Herkunft, Thierry Steiert, Stadtpräsident von Freiburg, und Michael Hermann, Autor des Buchs «Was die Schweiz zusammenhält».
Mit Renato Weber
Gespräch auf Französisch
Moderation: Velia Ferracini
Aile Est
Eine Auseinandersetzung mit der Definition des Weiblichen
In kurzen Einträgen beleuchtet Alice Ceresa (1923-2001) verschiedene Begriffe des täglichen Lebens mit einem kritischen Auge auf die Wahrnehmung des Weiblichen. Ihre philosophischen Betrachtungen laden ein, den eigenen Blick zu schärfen und neue Sichtweisen einzunehmen. Mit dem Schreiben der Texte hat Ceresa in den 1970er Jahren begonnen. Die Form des Wörterbuchs gaben ihr Freiheit in der Gestaltung und zugleich eine klare Struktur. Bis in die 1990er Jahre hat sie am «kleinen Wörterbuch» gearbeitet, Einträge ergänzt, redigiert, neue verfasst. Doch erst zwanzig Jahre nach ihrem Tod ist der «Piccolo dizionario dell’inuguaglianza femminile» in seiner Gesamtheit erschienen und wurde jetzt, fünf Jahre später, erstmals ins Deutsche und ins Französische übertragen. Velia Ferracini unterhält sich mit dem französischen Übersetzer Renato Weber über das Werk und erforscht, welche neuen Erkenntnisse Alice Ceresas Perspektive für ihn bereithielten.
Mit Rolf Hermann und Deborah Confortini
Szenische Lesung auf Deutsch und Italienisch
Salle de spectacle
Die Sprache als Identität
Sprache verkörpert den Menschen, der Mensch verkörpert die Sprache. Das trifft bei Rolf Hermann und seinen Sprechtexten im Spoken-Script-Band «Das Leben ist ein Steilhang» in besonderem Mass zu. Absurd, pointiert, witzig und in urigem Walliserdeutsch geschrieben, erzählt er Familiengeschichten, Sagen und aller Art Liebesgedichte. Die meisten Kurzgeschichten in diesem Band gibt es auch in deutscher Übersetzung. Doch was passiert mit den Texten, wenn sie ins Italienische übertragen werden? Orientierte sich Deborah Confortini dabei am Hochdeutschen? Wie liess sie den Dialekt in ihre Übersetzung einfliessen und wie ging sie um mit Walliserdeutschen Wörtern, für die es in anderen Sprachen keine Entsprechung gibt? Wir werden es hören, denn die Sprechtexte von Rolf Hermann sind für die Bühne gemacht. Es erwarten uns exquisite Kostproben von Autor und Übersetzerin.
«Une Suisse au noir» / «Gloria. Mohammed.»
Mit Isabelle Flükiger und Ruth Gantert
«Faire paysan» / «Die Kuh im Dorf lassen»
Mit Blaise Hofmann und Yves Raeber
Gespräch auf Französisch und Deutsch
Moderation: Marie Fleury-Wullschleger
Salle de spectacle
In den Dialog treten
Die Freiburger Autorin Isabelle Flükiger und der Waadtländer Schriftsteller Blaise Hofmann schreiben über gesellschaftspolitische Themen, die polarisieren und nicht zuletzt deswegen schwierig zu lösen sind: «Gloria. Mohammed.» erzählt die Geschichte zweier Papierlosen, die der Willkür ihrer Arbeitgebenden, der Versicherungen und der Furcht vor den Behörden ausgesetzt sind. «Die Kuh im Dorf lassen», halb Tagebuch, halb literarische Reportage, erforscht die paradoxe Rolle der Landwirtschaft zwischen Feindbild und Ideal und versucht, den Dialog zwischen Stadt und Land zu beleben. Ist die persönliche Distanz bei der Übersetzung eines politisch stark aufgeladenen Werks weniger gross? Wie anspruchsvoll gestaltete sich die Recherche der zahlreichen Fachbegriffe? Diese und weitere Fragen werden im Gespräch mit Ruth Gantert und Yves Raeber vertieft, welche die Werke ins Deutsche übertragen haben.
Mit Fabio Andina und Karin Diemerling
Gespräch auf Italienisch und Deutsch
Moderation: Anna Allenbach
Aile Est
Zusammenhalt und Zuversicht
Der Grossvater von Fabio Andina hat während des zweiten Weltkriegs Juden und Partisanen geholfen, den Grenzfluss Tresa zu überqueren, um von Italien in die Schweiz zu flüchten. Er wurde verhaftet und gelangte auf Umwegen ins Konzentrationslager Mauthausen, von wo aus er sechzehn Monate später zu Fuss nach Hause zurückkehrte. Über das Erlebte hat Giuseppe Vaglio nie gesprochen. Achtzig Jahre später erzählt sein Enkel die Geschichte, basierend auf Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeuginnen und -zeugen. Indem er den Daheimgebliebenen und den Abwesenden eine gleichwertige Stimme gibt, ist daraus auch eine berührende Liebesgeschichte entstanden. Karin Diemerling, die bereits mehrere Bücher von Fabio Andina übersetzt hat, hat den Roman ins Deutsche übertragen. Autor und Übersetzerin sprechen darüber, wie sie die intensive Arbeit an diesem schweren Thema erlebt haben.
Fabio Andina hat im Frühjahr 2025 den Weg seines Grossvaters, von Mauthausen nach Cremenaga, zu Fuss zurückgelegt und filmisch dokumentiert. Der gleichnamige Film kommt im Frühjahr 2026 in die Kinos. Regie: Villi Hermann

Übersetzungsworkshop Deutsch-Französisch
Leitung: Camille Logoz
Anmeldung: ch-reihe(at)chstiftung.ch
Aile Est
Workshop, auf Anmeldung
In Szene isch Züri, der Mülleimer vor meiner Haustüre entwickelt Laura Leupi einen ultraschnellen Diskurs über die politische Lage Europas und fragt, wie Handeln noch möglich ist, wenn die Gewalt im eigenen Innern auf die Gewalt im Draussen trifft – in Zürich und überall, wo die Gegenwart zwischen Ideologien und Träumen festhängt. Ein Chor junger Stimmen diskutiert das Leben und Lieben in gewaltbereiten Zeiten, und was es heisst, zwischen Widerstand und Aggression selbst gewaltbereit zu werden. Der Theatertext wurde für das Festival PLAY nominiert, in dessen Rahmen er von der erfahrenen Theaterübersetzerin Camille Logoz ins Französische übertragen wird. Dieser interaktive Workshop gibt Einblick in die laufende Übersetzung und zu spezifischen Fragen beim Übersetzen fürs Theater. Das Publikum kann mitknobeln und eigene Vorschläge einbringen.
Das Festival «PLAY neue schweizer theatertexte» bringt einmal im Jahr Theaterschaffende aus allen Landesregionen zusammen und bietet aktuellen Autorinnen und Autoren mit ihren Texten eine Plattform. Kern des Festivals ist ein Wettbewerb: Acht nominierte Theatertexte aus den letzten zwei Jahren werden am Festival als szenische Lesung in ihrer Originalsprache aufgeführt. Für das Publikum und die Wettbewerbsjury, die den besten Text küren, werden diese Lesungen jeweils auf Deutsch und/oder Französisch übersetzt.
In Zusammenarbeit mit dem Festival PLAY
Mit Gabriella Zalapì, Elena Cappellini, Claudia Steinitz und Roxana Zaharia
Gespräch auf Französisch
Moderation: Monica Salvan
Salle de spectacle
Verkörperte Erinnerung
In ihren drei Romanen «Antonia», «Willibald» und «Ilaria»verwebt Gabriella Zalapì die Familiengeschichte zu einem literarischen Triptychon. Die jüngste Geschichte, aus der Perspektive der achtjährigen Ilaria erzählt, schildert die Entführung des Mädchens durch ihren Vater, die in einen mehrere Monate dauernden Roadtrip durch das Italien der 1980er Jahre mündet. Die nüchterne, auf das Wesentliche reduzierte Sprache verleiht dieser Erzählung eine beklemmende Intensität. Das Buch wurde zeitgleich in mehrere Sprachen übertragen. Haben auschen sich die Übersetzerinnen untereinander ausgetauscht? Im Gespräch mit der Autorin berichten Elena Cappellini (Italienisch), Claudia Steinitz (Deutsch) und Roxana Zaharia (Rumänisch) über ihre Erfahrungen und ihre Herangehensweisen beim Übersetzen des Texts.

Mit Chadia Atassi und Catherine Lovey, Wagdy El Komy und Joël László
Gespräch auf Französisch und Deutsch
Moderation: Raphaëlle Lacord
Salle de spectacle
Brücken bauen
Wie wird man zu einem Schweizer Schriftsteller oder einer Schweizer Schriftstellerin, wenn die eigene Schreibsprache Arabisch ist? Das Projekt «Weiter Schreiben Schweiz» von Artlink gibt Autorinnen und Autoren im Exil eine neue literarische Heimat, indem es ihnen und ihren Texten Sichtbarkeit schenkt und sie mit Schweizer Autorinnen und Autoren vernetzt. Die syrische Schriftstellerin und Journalistin Chadia Atassi arbeitet im Tandem mit Catherine Lovey, der ägyptische Autor Wagdy El Komy mit Joël László. Sie tauschen sich über ihre Texte aus, aber auch über das Leben und den Schweizer Literaturbetrieb. So entstehen neue Netzwerke, so entsteht Neues. Im Gespräch geht es um das Ankommen, das Weiterschreiben und die gemeinsamen Schreibprojekte, die schon bald in den Buchläden zu finden sein könnten.
Mit Noemi Somalvico und Valentin Decoppet
Gespräch auf Deutsch und Französisch
Moderation: Olivier Pitteloud und seine Klasse
Aile Est
Eine humorvolle Auseinandersetzung mit Grundfragen des Lebens
Noemi Somalvico ist mit «Ist hier das Jenseits, fragt Schwein» ein tragisch-komischer Roman gelungen, der voll ist mit schrägen Einfällen und Sprachwitz. Es geht um Liebe, tiefe Freundschaften und Reisen an ferne Orte. Doch die Protagonisten sind allesamt Tiere und die Reisen führen, dank einer Erfindung von Dachs, zu Gott und ins Jenseits. Wie übersetzt man also originelle Sätze wie: «Dem Himmel ist heute keine Farbe gelungen»? Manche Formulierungen forderten Valentin Decoppet bei der Übersetzung ins Französische sein ganzes Können ab. Anhand einiger Beispiele nimmt er uns mit auf seine sprachliche Reise und zeigt Lösungsbeispiele auf. Durch das Gespräch führen Schülerinnen und Schüler des Kollegiums Heilig Kreuz in Freiburg, die das Buch im Unterricht gelesen und sich eingehend mit dem Originaltext und seiner Übersetzung befasst haben.

Mit Flurina Badel und Ruth Gantert
Gespräch auf Deutsch
Moderation: Florence Widmer
Aile Est
Der Ausverkauf der Heimat
Der unerwartete Tod der Mutter wirft Aita aus der Bahn. Ohne, dass sie sich dagegen wehrt, wird das Elternhaus an den Meistbietenden verkauft, wie schon viele der traditionellen Engadinerhäuser im Dorfkern. Ein Ehepaar aus der Deutschschweiz wird es als Ferienhaus nutzen, um dem Nebel im Unterland zu entfliehen. Derweil flüchtet sich Aita, zurück im Dorf ihrer Kindheit, in den Nebel in ihrem Kopf, während Luis, der Besitzer des Dorfladens, sich mit Vehemenz einsetzt für den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum für Einheimische. Der Widerstand, der ihm dabei begegnet, lässt ihn seinerseits fast den Blick auf das Wesentliche verlieren. «Tschiera», Flurina Badels erster Roman, greift eine für ihre Heimat, das Unterengadin, aktuelle Thematik auf, von der die ganze Dorfgemeinschaft betroffen ist. Ruth Gantert, die bereits Lyriktexte von Flurina Badel übersetzte, hat nun den Roman ins Deutsche übertragen. «Nebelflüchtige» wird am Festival aller↔retour erstmals dem Publikum vorgestellt.
Die Veranstaltung wird präsentiert vom Verein Zuger Übersetzer
La vendita da la patria
La mort andetga da la mamma bitta Aita ord chanvà. Ella na sa dosta betg, cura che la chasa paterna vegn vendida, sco gia bleras autras chasas engiadinaisas tradiziunalas amez il vitg, a tgi che fa la meglra offerta. In pèr da la Svizra tudestga vegn a duvrar ella sco chasa da vacanzas per mitschar da la tschajera da la Bassa. En il fratemp mitscha Aita, suenter ch’ella è puspè turnada en il vitg da sia uffanza, en la tschajera en ses chau, entant che Luis, il possessur da la butia dal vitg, s’engascha energicamain per mantegnair abitaziuns pajablas per la populaziun indigena. La resistenza ch’el scuntra, al lascha bunamain perder il sguard sin l’essenzial. “Tschiera, l’emprim roman da Flurina Badel, tracta ina tematica actuala per sia patria, l’Engiadina Bassa. L’entira cuminanza dal vitg è pertutgada da questa tematica. Ruth Gantert, che ha gia translatà texts lirics da Flurina Badel, ha uss translatà il roman en tudestg. Al Festival aller↔retour vegn Nebelflüchtige preschentà per l’emprima giada al public.
Discurs en tudestg, moderaziun: Florence Widmer
L’occurrenza vegn preschentada da l’uniun Zuger Übersetzer.
Mit Thierry Raboud und Yves Raeber
Szenische Lesung auf Französisch und Deutsch
Salle de spectacle
Zwischen kollektivem Untergang und neuer Hoffnung
Für das Schreiben von «Terres déclives», seinem dritten Gedichtzyklus, hielt sich Thierry Raboud während einer Woche im geschlossenen Musée Jenisch in Vevey auf. Entstanden ist ein poetischer Fliesstext, der sich auf einer Zeitachse zwischen dem Aufstieg und dem potenziellen Untergang der Welt bewegt. Bei der Übersetzung dieses komplexen Texts ins Deutsche arbeitete sich Yves Raeber geduldig Silbe um Silbe, Wort um Wort vor, um sich dann wieder in den verschiedenen Varianten zu verlieren. Bis er für «Schieflage» schliesslich einen eigenen Klang fand, anstatt streng wörtlich zu übersetzen. Wenn Autor und Übersetzer gemeinsam ihre Texte auf der Bühne zum Leben erwecken, wird das Zusammenspiel von Originaltext und deutscher Fassung im rhythmischen Dialog erlebbar.
Mit Valentin Decoppet, Maya Dougoud und Matthieu Ruf
Gespräch auf Französisch
Moderation: Thierry Raboud
Salle de spectacle
Mensch und Maschine
Der Künstlichen Intelligenz den Stecker ziehen? Illusorisch. Innert kurzer Zeit hat KI alle Lebensbereiche durchdrungen und stellt auch die Bücherwelt vor neue Realitäten. Während KI bereits ganze Manuskripte verfasst oder übersetzt und damit traditionelle Berufsbilder von Autorinnen und Übersetzern verändert, bleibt die Erfassung von kulturellen Kontexten und Metaphern eine menschliche Domäne. Die Diskussionsrunde analysiert die Auswirkungen dieser Transformation unter Berücksichtigung der erheblichen wirtschaftlichen und ökologischen Konsequenzen. Sie wagt zudem ein Gedankenexperiment: Inwiefern wird der Einsatz von KI langfristig unser Menschsein beeinflussen? Zum Gespräch treffen sich Maya Dougoud, Assoziierte Professorin an der Hochschule für Wirtschaft Freiburg, der Literaturübersetzer Valentin Decoppet, der bei seiner Übersetzung von George Perecs «La Machine» die künstliche Intelligenz mit einbezogen hat, und Matthieu Ruf, Autor des illustrierten Jugendbuchs «Les Mystères de l’IA».
Mit Alessia Ballinari, Carla Demierre, Judith Keller und Sarah Elena Müller
Szenische Lesung auf Französisch, Deutsch und Italienisch
Salle de spectacle
Hautnah
«Ihre Texte fallen mit der Tür ins Haus», schreibt Friederike Kretzen über Adelheid Duvanel. Und tatsächlich, wer ihr Werk zum ersten Mal liest, erlebt nicht selten eine literarische Schockwirkung. Duvanels Texte haben auch die Autorinnen Carla Demierre, Judith Keller und Sarah Elena Müller in den Bann gezogen und ihr Schreiben beeinflusst. An diesem wortgewaltigen Abend tragen sie, gemeinsam mit der Übersetzerin Alessia Ballinari, ihre Lieblingstexte von Adelheid Duvanel vor, spiegeln sie mit eigenen Texten und zollen damit der eigenständigen, starken Schriftstellerin Duvanel auf diese Weise Tribut.
Adelheid Duvanel (1936-1996) wird gerne als «Meisterin der kleinen Form» bezeichnet. Sie schrieb zahlreiche Kurztexte, Rezensionen und Feuilletons. Stets erwies sie sich als genaue Beobachterin, die ihre Figuren liebevoll zeichnete. Ihre Sprache ist überraschend, die Texte, von einer wunderbaren Absurdität. Lange geriet sie in Vergessenheit, bis sie mit dem Erscheinen ihrer sämtlichen Erzählungen im Limmat Verlag neu entdeckt wurde. Trotzdem wird Adelheid Duvanel noch immer als ein Geheimtipp gehandelt.

Anmeldung: ch-reihe(at)chstiftung.ch (Name und Alter des Kindes angeben)
Diese «Schatzinsel» ist ein soziokultureller Animationsraum, der dem Spiel, der Fantasie und der Kreativität gewidmet ist. In dem von L'île aux trésors vorbereiteten Bereich stehen Spiele und Spielsachen zur Verfügung, mit denen sich die Kinder beschäftigen können, während ihre Eltern eine Veranstaltung besuchen oder an einem Workshop teilnehmen. Ein Bastelbereich ist ebenfalls vorhanden. Ein bis zwei Erwachsene werden anwesend sein, um die Kinder zu betreuen.
Leitung: Jérémie Fonjallaz
In Zusammenarbeit mit L'Île aux trésors
Espace culturel
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